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Kompositversicherung 2030 | Teil 2: Summary der aktuellen Herausforderungen

Sachversicherung (SHUK)
Start auf der Landstraße

Die aktuellen Herausforderungen basieren auf Entwicklungen in verschiedensten Bereichen und decken ein breites Spektrum ab:

  • Im Fokus stehen 2024 / 2025 wirtschaftliche Themen mit Blick auf die aktuellen Combined Ratios, insbesondere in Kraftfahrt und Wohngebäude. Die Situation wirft in Teilen existenzielle Fragen auf und erfordert eine Überprüfung relevanter Komponenten wie z. B. Tarifkalkulationen, Zeichnungsrichtlinien, Vertriebswege und deren Incentivierung, etc.
  • Im Spannungsfeld ausscheidender “Boomer“ und benötigter Investitionen in Automatisierung und Effizienzsteigerung zur Sicherung der zukünftigen Leistungsfähigkeit gilt es, sowohl die Balance zwischen Kosten und Kundenservice zu halten als auch das Timing richtig auszugestalten. Ergänzend verlässt mit den ausscheidenden Mitarbeitern auch Kompetenz und Erfahrung das Unternehmen.
  • Die Transition der technischen Infrastruktur, Neugestaltung der Kernsysteme sowie der Weg vom Host in die Cloud, um mittel- / langfristig eine stabile Plattform für das zukünftige Business zu erhalten und um flexibel in einem sich ständig verändernden Markt agieren zu können.
  • Regulatorische Anforderungen beispielsweise zur Prozessdokumentation, zur Resilienz der Geschäftsmodelle und der IT, zur Eigenkapitaldeckung oder im Risikomanagement, erhöhen die Verwaltungsaufwände, binden Fachkräfte, die anderswo gut gebraucht würden und bremsen so erforderliche Veränderungsmaßnahmen.
  • Zunehmende Elementarschäden verändern Schadenhäufigkeiten und Schadenkosten. Eine Erweiterung der Leistungsfähigkeit um Präventionsangebote erfordert zusätzliche themenfokussierte Skills und vermutlich auch einen Wandel an der Kundenschnittelle. Mit Blick auf knappe Ressourcen bei Handwerkern und ggfs. kritischen Lieferketten für Ersatzteile kann passives Abwarten zu weiteren Kostensteigerungen und Risiken führen.
  • Politische Eingriffe in das Geschäftsmodell der Versicherer, z. B. eine Pflichtversicherung für Elementarschäden in der Wohngebäudeversicherung, könnten zu einem zusätzlichen Kostentreiber werden und zusätzliche Ressourcen im Unternehmen binden.
  • Die Veränderung der Kunden in den Spannungsfeldern Kaufkraft und Bedarf, Kommunikations- und Einkaufsverhalten sowie Beratungsbedarf und Digitalisierung rundet das Portfolio der Herausforderungen ab. Fragen zur richtigen Balance der Vertriebswege, zur Auswahl ertragsreicher Zielkunden / -segmente, zur Ausgestaltung profitabler Produkte sind zukünftig vermutlich neu zu beantworten.

Der abschließende Teil 3 unserer Artikelserie befasst sich mit Lösungsoptionen und Denkansätze auf dem Weg ins Jahr 2030.

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